Wild Places – Botswana/Namibia

members of elephantidae /Wild Places - BotNam 2011

Mama Afrika

Afrika wird oft unterschätzt oder gar ignoriert. Aus der nächtlichen Satellitenperspektive scheint dieser riesige Kontinent, im Vergleich zur übrigen hell glitzernden Welt, nur ein dunkler Schatten zu sein. Doch wo viel Schatten, da auch viel Licht. Dass Afrika voll von prallem Leben ist offenbart sich, wenn man mal seine bequeme Komfortzone verläßt und sich unverzagt der reichhaltigen Kultur und Wildnis aussetzt. Der Aufenthalt im perfekt gesicherten Strandhotel oder die Tausend-Dollar-Bush-Lodge ist damit sicher  nicht gemeint.
Natürlich kannst Du Dich auch anstecken – mit einem hartnäckigen Virus. Hast Du den an Dich rangelassen, zieht es Dich immer wieder zurück zu Mama Afrika. Du wirst nicht lange weg bleiben, denn der „Dunkle“ Kontinent besitzt für Dich von nun an eine magische Anziehungskraft.

2011 ist es wieder soweit. Wir packen unsere wenigen Sachen und fliegen nach Windhoek/Namibia. Mit dabei sind Paula und Bruno, zwei Kid´s die darauf brennen aus eigener Anschauung zu erleben, wovon die „Alten“ die ganzen Jahre über berichtet haben. Mit einem geländegängigen Fahrzeug und genügend Vorräten an Proviant, Wasser und Kraftstoff rollen wir Richtung Zentralkalahari. Nach der Querung der Central Kalahari Game Reserve führt unsere Route über die Wildnisgebiete am Chobe in den namibischen Mamili National Park und dann weiter durch die elefantenreiche Khaudum Game Reserve. Über die Besteigung des Brandbergs, der höchsten Erhebung Namibias, berichten die Kinder in ihrem eigenen Beitrag.

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bush giants /Wild Places - BotNam 2011

Löwen

Auf der offenen Savanne lastet eine wabernde Hitze. Schon seit Wochen hat es nicht mehr geregnet. In der Nähe einer winzigen Wasserstelle stehen einige Schirmakazien. Ein willkommener Schattenplatz, denken wir uns. Doch hier hat gerade der König der Tiere mit seinem Gefolge das Sagen. Ein Löwenrudel räckelt sich zur Mittagszeit unter den Bäumen und beobachtet scheinbar gelangweilt das Geschehen. Gnus, Impalas, Kudus und Oryxe nutzen die Jagdpause der Raubtiere und nähern sich dem Wasserloch. Ein offensichlich hinkendes Oryx-Alphatier versucht Haltung zu bewahren, denn es ist sich der taxierenden Observation der Großkatzen durchaus bewusst.
Mit einem guten südafrikanischen Rotwein als Sundowner lauschen wir den Geräuschen der Dämmerung. Hungrige Jäger schleichen durch die beginnende Nacht.

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salt pan surrounded /Wild Places - BotNam 2011

Baobab

Vor rund 4000 Jahren begann der Makgadikgadisee auszulaufen. Zurück blieben die Makgadikgadi-Pfannen, eine der drei größten Salzpfannen dieser Erde. Sie sind die am dünnsten besiedelte Region Botswanas.
Um die Kukonje Insel dehnt sich die weiß-graue Salzebene der Sowa-Pfanne bis zum Horizont. Von der höchsten zentrischen Erhebung streift der Blick über eine gelbe Graslandschaft mit vereinzelten Sträuchern und Bäumen, die von wahren Giganten überragt werden – Baobabs. Diese alten afrikanischen Affenbrotbäume haben Charakter und sind hier in außergewöhnlich hoher Dichte vertreten.
Im respektvollen Abstand zu einem Prachtexemplar verbringen wir die Nacht. Zum Frühstück gibt es Kaffee und reife Brotfrüchte. Das essbare weisse Fruchtfleisch schmeckt leicht säuerlich. So eine kleine Vitamin-C-Spritze kann nicht schaden.

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saddle-billed stork /Wild Places - BotNam 2011

Wasser

Konzentriert schreitet der Sattelstorch durch sumpfiges Areal. Er macht Jagd auf Fische, Schlangen, Frösche, Nagetiere und Insekten. Unweit davon schiebt sich ein vollgefressenes Hippo ins seichte Wasser. Auf weiten Flußebenen grasen Zebraherden. Das Gebiet um den Chobe ist besonders für seine reichhaltigen Tierbestände bekannt, denn der Nebenfluß des Sambesi trocknet niemals aus.

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elephant close-up /Wild Places - BotNam 2011

Elefanten

Schon 90 km folgen wir der streckenweise leicht verbuschten Sandpiste. Auf dieser südlichen Zufahrt zum Chobe-Nationalpark sind wir dieser Tage scheinbar allein unterwegs. Nach dem Gate holpert der Toyo Richtung Sarigho Pan. Zu dieser Wasserstelle sind auch eine beachtliche Anzahl Elefantenclans unterwegs. Als wir dort ankommen ist es schon ziemlich voll, die Pools sind dicht umlagert. Da wir hier auf keinen Fall irgend einer genervten Leitkuh im Weg stehen wollen, verziehen wir uns auf einen schattigen Beobachtungsturm.
Stunde um Stunde vergeht, mittlerweile chillen mehr als 80 Rüsseltiere aller Altersklassen rund um diesen wunderbaren Spot. Diesen intelligenten Tieren so nah zu sein, entwickelt sich zu einem ganz besonderen Erlebnis.

baobab bark /Wild Places - BotNam 2011

Welwitschie

Die Namib ist die älteste Wüste der Welt, eine der wenigen Küstenwüsten und einer der unwirtlichsten Orte dieses Planeten. Extreme Bedingungen für alle Lebewesen. Die Welwitschie hat sich hervorragend angepasst. Pfahlwurzel, ein wenige Zentimeter langer Stamm und 2 Blätter, das reicht aus um bis zu 2.000 Jahre alt zu werden.
Der moderne Mensch hingegen kann hier ohne Versorgung von außerhalb kaum überleben. Und dennoch zieht es uns immer wieder in die Namib, denn sie ist einer der Orte wo man erkennt was wirklich wichtig ist.