MYOG Tarp + Rucksack

Klar, liebend gern habe ich nur das Nötigste dabei. Auch unterwegs sollte das erreichbar sein. Am Besten nähere ich mich dem Ideal, wenn meine Ansprüche und die dafür erforderliche Ausrüstung hart hinterfragt werden.

Mehr minimalistische Denke ist der Weg oder „Entbehrlich ist, was nie benutzt wird“.

Sich schon vor einer Anschaffung darüber Gedanken zu machen, ist weit mehr als nur verantwortungsvoll. Und überhaupt, warum müssen obligate Teile zwangsläufig immer gleich beugsam gekauft werden, obwohl die Überfrachtung mit offensichtlich überflüssigen Features eigentlich dagegen spricht?

Angepasste Ausrüstung selbst herzustellen schärft nicht nur die Individualität, sondern kann durchaus eine Menge Spaß machen.

Ein paar kühle Tage bieten mir die Muse wieder mal in die Rolle von Meister Nadelöhr zu schlüpfen. Ein vielseitig formbares Tarp und ein simplifizierter Rucksack stehen auf dem Programm.

Warm up: 2-Personen-Tarp, 480g
Die großzügig bemessene und dennoch leichtgewichtige Zeltalternative wurde aus silikonbeschichteten Ripstop-Nylon gemacht. Edelstahlringe für die Poles, 1xped-Spanner an den Firstleinen und Linelocs für bequeme Nachjustierung von innen. An den Längsseiten sind je 2 Lifter aufgeklebt. Sie dienen neben der Stabilisierung bei Wind vor allem der Innenraumvergrößerung. Das Footprint ist aus 74er Tyvek gefertigt. Die klassische Schnittform ohne Beaks erlaubt vielfältige Aufstellvarianten. So kann beispielsweise eine Stirnseite teilweise oder ganz geschlossen werden. Abmessung 310x300cm

Testversion: 60-Liter-Bluepack, 694g
Dieser auf meine Ansprüche reduzierte Rucksack wurde aus 2einhalb FRAKTA-Taschen von 1kea geschmiedet. Der Hack liefert ein äußerst preiswertes (50ct/Tasche) und leichtes (96g/qm) Material. Wenn man ohnehin Drybags verwendet, spielt die Wasserdichtigkeit nur eine untergeordnete Rolle. Darum ist dieses PP-Geflecht zunächst einmal ideal für ein erstes Testexemplar.
Boden und Seitentaschen bestehen aus robustem Cordura. Die Bespannung der Seitentaschen ermöglicht das flexible Fixieren von Ausrüstungsteilen unterschiedlicher Länge. Der Paracord ist im Bedarfsfall multifunktionell einsetzbar. In der zentralen elastischen Netztasche werden u.a. Seile, Anfibio Buoy Boy oder das oben beschriebene feuchte Tarp untergebracht. Robuste Schulter- und Hüftgurte bilden ein ausreichend gepolstertes Tragesystem. Die Lastenkontrollgurte brauchen nur bei maximaler Füllung gespannt werden. Daran angesetzte Schlaufen erlauben eine zusätzliche Topbefestigung (Auf den Bildern ist das Packraft zur Demo aber nur provisorisch und damit leicht hecklastig fixiert.). Für die Polsterung und Versteifung des Rückenbereichs packt man im Burrito-Stil oder klemmt eine Matte unter die Rundgummibespannung. Luxeriös, aber bei speziellen Einsätzen durchaus sinnvoll, ist eine Kombination beider Varianten. Andererseits lässt sich bei geringen Ansprüchen ohne Rückenpolster noch etwas Gewicht sparen …