Ins Desaster per Bike – Madagaskar

Noch vor Sonnenaufgang starten wir am 5. Tag die Rücktour. Doch am Bootsanleger stellt sich heraus, dass gerade heute kein Boot Richtung Maroantsetra ablegt. Ein “Sonderangebot” mit einem leider echt überzogenen Preis steht im Raum. Auf eine spartanische Übernachtung im Dorf hat keiner Lust. Auch unsere Begleiter wollen, nach dem Rapport im WCS-Office, heute noch über die Weihnachtsferien zu ihren Familien. 4 Stunden später werden letztendlich alle mit einem WCS-Boot nach Maroa gebracht.

rain showers coming /into desaster by bike

Mit etwas Proviant und 6 Litern Eau Vive verlassen wir am nächsten Morgen Maroantsetra Richtung Süden. Ob diese feldwegartige Küstenroute schon einmal durchgängig von Fahrradfahrern bewältigt wurde? Wir wissen es nicht. Bekannt ist jedoch, dass hier kaum Autos zu erwarten sind. Der berühmt berüchtigte Abschnitt zwischen Maroantsentra und Soanierana Ivongo bietet alle Zutaten für ein abenteuerliches Fahrerlebnis. Ausgedehnte Schlammlochkaskaden, zerstörte Brücken, kilometerlanger Tiefsand, tunnelartig durchschnittene Laterithügel, riskante Furten in der Tidezone, ausgewaschene felsige Bergpassagen. Fakt ist, eine edle Nationalstraße ist diese RN5 sicher nicht. Der Ausbau zu einer modernen Allwetterstraße wäre wegen der Bedrohung durch Wirbelstürme, Überflutungen und Erdrutschen ein ziemlich teures Projekt. Auch befürchten viele Bewohner der beschaulichen Dörfer dadurch zunehmende soziale und ökologische Probleme.

landscape north of Soanierana Ivongo /into desaster by bike