Expedition San Quintín – Chile

calving spot /Expedition San Quintín 2014

Weggebrochen – Laguna Blanco³

Nach großartigen Tagen an der reichlich mit Eisbergen gefüllten Lagune wechseln wir zur Laguna Blanco. Dort wartet ein Bataillon besonders gieriger grünäugiger Pferdefliegen auf uns, so dass wir uns sogleich in die Boote werfen und über die 4 km breite Lagune zu einer Insel paddeln. Erst nach der Hälfte der Stecke verabschiedet sich auch der letzte aufdringliche Saugrüssel.
An den übrigen drei Seiten von Eis umgeben, hat sich auf dem Eiland nur eine kleine Population stech- und beißwütiger Insekten etabliert. Die Flucht übers Wasser erweist sich zudem noch als absoluter Glücksfall. Beim Aufbau unseres Camps werden wir Zeuge eines gigantischen Gletscherabbruchs. Innerhalb von Sekunden entsteht ein 320-Tausend-Tonnen-Eisberg von 400 Meter Länge und 80 Meter Breite. Schnell schnappen wir unsere Boote und paddeln zu einer höhergelegenen Klippe, um das weitere Auseinanderbrechen des Mega-Eisblocks zu beobachten.

³ Die Lagune mit ihren zwei Gletscherzuflüssen ist offiziell noch namenlos. In Anlehnung an den Geo-Namen des abfließenden Stroms Rio Blanco nennen wir den Gletschersee Laguna Blanco.

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unspoilt /Expedition San Quintín 2014

Angekommen – Laguna San Rafael

Auf den Flüssen Blanco, Pachia, Lucac und Negro schippern wir Richtung Laguna San Rafael. Kiesgefüllte verzweigte Totarme, geisterhafte Totwälder im Fluss, nochmal am abendlichen Feuer dem Quaken der unzähligen Frösche lauschen – der Kreis hat sich geschlossen. Mit Rückblick auf die wunderbare Zeit in dieser abgeschiedenen grandiosen Wildnis kommt nun oft der Gedanke auf: „Wir müssen sehr bald zurückkehren!“

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