Expedition San Quintín – Chile

watercourse through old forest /Expedition San Quintín 2014

Versumpft – Istmo de Ofqui

Zuerst queren wir den Istmo de Ofqui eine 24 km breite Landenge zwischen der Laguna San Rafael und dem Golfo de Penas. Wir trecken nicht die Normalroute im Canal², sondern schlagen uns durch den dichten Dschungel daneben. Ein guter Test für kommende Vorhaben.
Später, begleitet von gelegentlich starken Regenschauern, tauchen die Paddel in das schwarze Wasser des Rio Negro. Am Confluencia mit dem Rio Lucac gleiten unsere Boote in sedimentbeladenes Gletscherwasser. Hinter dem buschigen Ufersteifen dehnen sich nun riesige Sumpfflächen.

² 1937 begonnenes Kanalbauprojekt um den Moraleda Channel mit dem Messier Channel zu verbinden. 1943 wegen Finanzierungsschwierigkeiten und erheblichen technischen Problemen aufgegeben.

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beach camp /Expedition San Quintín 2014

Abgelaufen – Playa San Quintín

Überschlagende La Ola´s des Pazifik rauschen den einsamen Sandstrand entlang. Schäumende Gischt vernebelt den Strand. Kurzer Sonnenschein dicht gefolgt von ausgedehnten Regenphasen. Die Strandwanderung am Penasgolf über knapp 30 km wäre fast purer Spaß, doch je 33 kg Gepäck wollen eben unbedingt mit dabei sein . . . .

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branch of rio andree /Expedition San Quintín 2014

Angepeilt – Valle Rio Andree/Laguna Benito

Nach Querung der spiegelblanken milchigweißen See der Bahía Kelly trecken wir das breite Tal des Rio Andree hinauf. Zahlreiche gewundene Flussarme und tiefgrüne Bosquestreifen bestimmen das Bild. Vom unteren linken Hauptarm bewegen wir uns auf einer neuen Direktroute auf die Lagune des Glaciar Benito zu. Durch ein Geflecht von Altarmen und kleinen Bachläufen kommen wir anfangs noch flott voran. Die letzten Kilometer aber erweisen sich als echte Herausforderung.
Eine unbarmherzige Kombination aus Moor und extradichtem Busch hält uns stundenlang in ihren Klauen. Besonders die meterhoch mit Moosmatten überwachsenen Calafatestäucher und Reste alter Baumriesen bilden einen kraftzehrenden Geschicklichkeitsparkour. Hier sind wir schon zufrieden, wenn wir eine Weile mit Trekking Poles balancierend obenauf bleiben und nicht ständig bis zur Hüfte im feuchten Unterbau versinken oder gar feststecken.