Expedition San Quintín – Chile

patagonian swamp /Expedition San Quintín 2014

Patagonien – Der Ruf der Wildnis

Patagonia chilena – ursprüngliche Wildnis und menschenleere Weiten. Am südwestlichen Ende Südamerikas gelegen und bis heute in einigen Teilen unerforscht, gilt für viele Menschen besonders das chilenische Patagonien noch als das Ende der Welt. Die wunderbar ungebändigte und majestätische Schönheit dieser Region hat uns 2012 auf einer Reise mit Mountainbike und Packraft echt fasziniert. Nach 1½ Monaten zwischen Punta Arenas und Coyhaique war klar: „An die Ränder der großen Eisfelder müssen wir sehr bald zurückkehren!“.
Der Fokus lag auf einem wasserreichen Gebiet an der Westseite des Campo de Hielo Norte, dem Nordpatagonischen Eisfeld. Einigkeit bestand auch über Stil und Art der Erkundung: Mit einer unsupporteten Expedition zu Fuß und per Packraft wollen wir diese weglose und völlig zivilisationsfreie Landschaft aus zahlreichen Flüssen, Fjorden, Sümpfen, Gletschern und steilen Bergen erforschen.

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shore of lsr /Expedition San Quintín 2014

Ausgesetzt – Alles ist offen

Nach reichlich 48 Stunden Anreise vom sächsischen Saultitz zur Laguna San Rafael in der Región de Aysén lassen wir uns mit einem schnellen Zodiac am Westufer der Lagune absetzen. Einer der beiden chilenischen Bootsführer zückt beim Ablegen noch seine Kamera für ein letztes „Abschiedsfoto“, kurze Zeit später sind wir allein.
Hinter uns die tiefgrüne Dschungelwand der Endmoräne, stehen wir am Ufer der riesigen Lagune vor einem Panorama aus spiegelblankem klaren Wasser dicht gefüllt mit markant geformten Eisbergen aller Größen. Absolute Stille hüllt uns ein. Mit der unglaublichen Geräuschlosigkeit dieser grandiosen Kulisse stellt sich schnell auch die gewohnte innere Ruhe und Gelassenheit ein, um die kommende Herausforderung anzugehen. Wir sind jetzt bereit – für alles.

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lifelines /Expedition San Quintín 2014

Ausgedacht – Route durch weglose und menschenfreie Wildnis

Wir wollen primär so oft als möglich unsere Packrafts benutzen. Das ist einerseits sinnvoll um Kräfte zu schonen und flott voranzukommen, andererseits gelangen wir mit diesen genialen Leichtbooten an Orte, die zuvor noch keine Menschenseele betreten hat. Überhaupt fehlt hier jedes menschliche Wirken. Die oft ungemütliche Witterung, relative Unzugänglichkeit und der Nationalparkstatus¹ hat die jungfräuliche Natur bis heute vor einer Kolonisation durch den Menschen bewahrt.
In das von tiefen Fjorden und sumpfigen Ebenen gegliederte Gebiet zwischen Eisfeld und Pazifikküste sind bisher nur eine Handvoll Entdecker eingedrungen. Wirklich brauchbare Papiertopos oder GNSS-Karten gibt es keine. Satellitenaufnahmen sind hilfreich und lassen viele Routen möglich erscheinen. Vor Ort sieht es natürlich meist etwas differenzierter aus.
Die grobe Route besteht im Wesentlichen aus folgenden Wegpunkten: Laguna San Rafael – Rio Negro – Rio Tadeo – Playa San Quintín – Laguna Benito – Glaciar HPN2 – Glaciar HPN3 – Glaciar San Quintín – Laguna Blanco – Laguna San Rafael.

¹ Der Nationalpark Laguna San Rafael ist Biosphärenreservat der UNESCO und hat eine Fläche von 17.420 km².